„Sie werden lachen, es geht um den Tod“. Mit diesem überraschenden Titel startete am 7.3.2026 der 27. Hospiztag (die beiden digitalen Corona-Veranstaltungen mitgegezählt). Und wieder war die Ruhrwerkstatt – ehemals Medikon – mit rund 140 Besuchenden gut gefüllt. Allein der Titel ließ aber auch aufhorchen, rechnet man doch im hospizlichen Kontext nicht zwingend mit dieser Perspektive. Und doch zieht sich der Humor im März mit zahlreichen Veranstaltungen durch die Aktionen des Ambulanten Hospizvereins Oberhausen.
Zum Start des Hospiztages eröffnete abermals der 1. Vorsitzende Michael Etges mit einem kurzen Ablaufplan den Tag und übergab anschließend an Oberhausens neuen Oberbürgermeister Thorsten Berg. Mit einfühlsamen Worten lieferte er einen emotionalen Einstieg mit den Worten: „Machen wir den Humor zu einem Türöffner. Nicht, um das Schwere kleinzureden, sondern um es gemeinsam tragen zu können.“
Wortwörtlich öffnete er damit die Tür für Christoph Gilsbach, der anschließend in rund 45 Minuten den zentralen Eröffnungsvortrag hielt. Wer nun aber dachte, Gilsbach würde ein spaßiges Feuerwerk aus Witzen und Kalauern liefern, der irrte. Im rot-karierten Anzug sorgte er zunächst mal für Aufsehen. Zudem hat der Klinik-Clown, Pantomime, Schauspieler und Performancekünstler den Bereich ums Rednerpult stilvoll mit Büchern und Requisiten ausgestattet – einer Theateraufführung gleich. Und doch schuf er mit einer nachdenklichen Mixtur aus Philosophie und geistreich humoristischen Zitaten (Albert Camus: „Jedes Mal, wenn man lacht, gewinnt man einen Tag Leben hinzu.“) niveauvolles Amüsement. Als Professor Spagetti ist er seit über 30 Jahren mit der Hospizbewegung verbandelt – das merkt man. Er bewegte sich sicher auf jenem dünnen Eis, das dem Hospiztag seinen Titel gab.
Im Anschluss folgten – routiniert organisiert – die Workshops. Sieben Themen standen den Besuchenden an diesem Tag zur Auswahl. Von Lach-Yoga bis zum Weg, den eigenen Humor zu entdecken, rankten sich die Workshops – dem Tagesmotto entsprechend – um die weite Welt der Leichtigkeit. Dabei wurde viel gelacht und genau so viel gedacht.
Die Mittagspause fand dieses Mal in den neuen Räumen des naheliegenden Ambulanten Hospiz Oberhausen e.V. statt – begleitet von einem üppigen wie schmackhaften Büffet vom Caterer Nakot. Nicht zu vergessen die hessische Bilderausstellung, die mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor für erstaunte Lacher sorgte.
Mit Abschluss des zweiten Workshop-Teils nach der Pause lief mit einer Zusammenfassung des Erlebten der Hospiztag langsam aus. Um 15 Uhr beendete der 1. Vorsitzende die Veranstaltung und entließ die Besuchenden mit einer guten Prise Freude ins Wochenende.
Der Hospiztag in Oberhausen hat eine vieljährige Tradition. In diesem Jahr zeigte das Thema Humor einmal mehr, dass die Schwere, die der Hospizarbeit oftmals zugrunde liegt, auch einer lebendigen Leichtigkeit gegenüberstehen darf. Wie zitierte Christoph Gilsbach noch: Wesentliche Dinge im Leben sind nicht zuletzt der Humor und die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen – Yehudi Menuhin. Recht hatte er.