Ute Urban kam zur Familie Steiner, weil zunächst alle davon ausgingen, dass  Mutter und Großmutter Martina Steiner nicht mehr viel Zeit bleiben würde. Ein Jahr später sitzen beide gemeinsam am Tisch und lachen, denn Martina Steiner braucht weder die damals bereits aktivierte palliative Versorgung noch eine ehrenamtliche Sterbebegleiterin. Die Chemo schlug wunderbar an – der Krebs lässt sich derzeit nicht mehr nachweisen.

Urban engagiert sich seit 2007 ehrenamtlich im Ambulanten Hospiz Oberhausen. „So etwas erleben wir als Sterbebegleiter nur sehr selten“, sagt sie. Seit September 2025 begleitet sie Martina Steiner. Damals hatten die Ärzte bei Martina Steiner ein Lymphom festgestellt, Metastasen zeigten sich in Lunge, Niere, Leber und Darm. Sie war körperlich stark geschwächt und zog zu ihrer Tochter Kristin und deren Familie.
Über das Palliativteam und Nicole Peters-Bokelmann, Koordinatorin im Ambulanten Hospiz, kam Ute Urban hinzu.
 
Was daraus entstand, lässt sich kaum auf das Wort Sterbebegleitung begrenzen. Urban besuchte Martina Steiner, ging mit ihr Kaffee trinken und fuhr sie, wenn es möglich war, zu Ärzten, ins Krankenhaus oder zu Behandlungen. Manchmal war es praktische Hilfe, manchmal Gesellschaft, manchmal einfach jemand, der da war.

Für Kristin Steiner bedeutete das eine spürbare Entlastung. Sie und ihr Mann sind in Vollzeit berufstätig und mussten sich zugleich um ihre Kinder und den veränderten Familienalltag kümmern. „Manchmal habe ich es einfach nicht geschafft, meine Mama zu Untersuchungen oder zur Chemo zu bringen“, erzählt sie. „Dann war Ute da.“

Und Ute blieb. Auch als sich abzeichnete, dass die Therapie ungewöhnlich gut anschlug. Und auch als Martina Steiner keine palliative Versorgung mehr benötigte. Heute bekommt sie noch eine Antikörpertherapie – und die beiden treffen sich weiterhin.

Dass aus einer Sterbebegleitung eine Begleitung zurück ins Leben wurde, hat Urban in fast zwei Jahrzehnten ehrenamtlicher Arbeit erst einmal zuvor erlebt. 
Die Familie hat diese Unterstützung nicht vergessen. Aus diesem Grund organisierten Kristin und Christian Steiner Anfang September 2026 einen Flohmarkt auf dem Gelände des VfL 08 Oberhausen zugunsten des Ambulanten Hospizes und des Sternenzelts. Mit Hilfe beteiligter Unternehmen kamen so insgesamt 860 Euro zusammen, die nun auf beide Einrichtungen verteilt werden. Eine Spende, die die Begleitung von Menschen ein Stück weit absichert.