Mehr Licht, kurze Wege und ein engeres Miteinander: Einige Monate nach dem Umzug zieht das Ambulante Hospiz Oberhausen e.V. eine positive Zwischenbilanz zum neuen Standort am Max-Planck-Ring 56. Noch ist nicht alles fertig. Doch die neuen Räume haben sich längst mit Leben gefüllt.
Der Umzug liegt inzwischen einige Monate zurück. Aus der anfänglichen Baustelle ist ein moderner und wohnlicher Ort geworden, an dem Ehrenamtliche, Hauptamtliche und Gäste gerne zusammenkommen. Für Deborah Rau, Koordinatorin im Ambulanten Hospiz Oberhausen e.V., fällt die Bilanz daher eindeutig aus: „Wir genießen die Räume sehr: ihre Helligkeit, die Gemütlichkeit, die sie ausstrahlen, den Komfort und natürlich die ebenerdigen Eingänge.“
Rein rechnerisch steht dem Verein heute weniger Fläche als auf der Marktstraße zur Verfügung. Das Team sortierte deshalb vor dem Umzug großzügig aus und organisierte Bürobedarf, Veranstaltungsmaterialien und die Ausstattung für die Öffentlichkeitsarbeit neu. Ein kleiner Teil lagert nun auch bei FIBS in Sterkrade, wo der Verein die Materialien ebenfalls regelmäßig benötigt.
Und: Wer mit Bus oder Bahn kommt, muss von den umliegenden Haltestellen ein Stück zu Fuß gehen. Dafür finden Autofahrerinnen und Autofahrer am Max-Planck-Ring wesentlich leichter einen Parkplatz. Einige Ehrenamtliche haben zudem Fahrgemeinschaften gegründet und kommen nun gemeinsam zu Gruppenabenden, Fortbildungen oder Veranstaltungen. Es ist wie immer im Leben: Eine neue Situation mobilisiert die Kreativität und formt neue Möglichkeiten.
Besonders bewährt hat sich für das Ambulante Hospiz die gemeinsame Nutzung des Gebäudes mit dem Palliativteam Oberhausen. Ein Raumkalender regelt, wer wann den kleineren Konferenzraum oder den großen Veranstaltungssaal nutzt. Da das Ambulante Hospiz die Räume häufig morgens und abends benötigt, das Palliativteam dagegen eher mittags und am frühen Nachmittag, überschneiden sich die Termine nur selten.
Vor allem aber verkürzt die räumliche Nähe die Wege zwischen beiden Einrichtungen. Pflegekräfte können nach einem Patientenbesuch direkt bei den Koordinatorinnen vorbeischauen. Fragen lassen sich schnell klären, Informationen unmittelbar weitergeben. „Die Zusammenarbeit ist noch enger und schneller geworden. Wir können uns unkompliziert austauschen und werden durch unsere stärkere Präsenz vielleicht auch früher mitgedacht“, sagt Deborah Rau.
Inzwischen nutzen die Ehrenamtlichen übrigens nicht nur die Konferenzräume intensiv. Auch der kleinere Gesprächsraum mit seinen gelben Sesseln und der Bibliothek kommt gut an – etwa für persönliche Gespräche oder Beratungen zur Patientenverfügung. Und bei gutem Wetter finden Fortbildungen und Gruppenabende bereits auf der Terrasse statt.
Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten am Max-Planck-Ring aber noch nicht. Vor dem Gebäude laufen letzte technische Arbeiten, später sollen Beete den Außenbereich grüner gestalten. Auf der Terrasse fehlt noch ein Geländer, und derzeit baut der Verein gemeinsam mit dem Palliativteam eine moderne Klimaanlage ein. Auch eine Photovoltaikanlage ist geplant. Entscheidend ist für das Team jedoch: Wenn etwas fehlt oder nicht funktioniert, kümmern sich die Verantwortlichen darum.
Diese Entwicklung erlebt auch der erste Vorsitzende des Hospizvereins Michael Etges regelmäßig vor Ort. Durch die gemeinsame Nutzung mit dem Palliativteam begegnet er den Ehrenamtlichen heute häufiger als früher. „Wenn die Menschen nach einer Veranstaltung aus den Räumen kommen, sehe ich viele lächelnde und zufriedene Gesichter. Das macht mich stolz, weil wir gemeinsam einen Ort geschaffen haben, an dem sich die Menschen wohlfühlen und gut miteinander arbeiten können.“
Der neue Standort am Max-Planck-Ring ist damit längst mehr als eine neue Adresse. Er entwickelt sich Schritt für Schritt zu einem lebendigen Treffpunkt der ambulanten Hospiz- und Palliativarbeit.